LITFASS

GOES

URBAN

ART

AM Hackeschen Markt lebt die idee weiter

Ernst Theodor Amandus Litfaß ist tot. Beigesetzt auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte, ruht der „König der Reklame“ von einst. Seine Anschlags- oder Annonciersäulen sind uns geblieben. Werbeplakate kleiden deren Rundungen. Betörend rufen sie zu uns herüber – buhlen um Aufmerksamkeit und wollen uns ja doch nur ans Geld.

2019 verstummten die einst sonst so geschwätzigen Türme. Entblößt bis auf den nackten Beton oder mit einfarbigen Plakaten überklebt, standen sie auf wackligem Fundament. Grund dafür war der Wechsel bei den Außenwerbern. Die alten Säulen sollten ausgetauscht werden. Bis dahin war es untersagt, die Litfaßsäulen mit Werbeplakaten zu bekleben. Das weckte unser Interesse: Am 5. April 2019 begannen wir mit der Aktion Litfass Goes Urban Art und okkupierten mit einigen Künstlern 10 der freistehenden Litfaßsäulen entlang der Boxhagener Straße. Weitere Aktionen folgten. Parallel wurden Stimmen lauter, die ältesten Säulen zu erhalten. Heute sind mindestens 24 Litfaßsäulen im innerstädtischen Bereich Berlins unter Denkmalschutz gestellt. Die wahrscheinlich Älteste steht auf dem Hackeschen Markt und wurde um 1900 errichtet.

Wir von Litfass Goes Urban Art machen weiter und wollen mit euch die Säule auf dem Hackeschen Markt künstlerisch bespielen. Sie soll nicht länger ein Mannequin der Werbung sein. Geben wir ihr eine neue Gestalt, erklären wir sie zu einer Säule der Kunst. Sie soll sich verwandeln dürfen, durch euch mit uns, wie ein Chamäleon, das seine Farben und Muster wechselt. Machen wir diese historische Säule zu einer Berliner Grande Dame und geben ihr eine Bühne auf dem Hackeschen Markt.